Die Beziehung zwischen dem Verlauf von Schmelzprismen und der Richtung des sekretorischen Gesichts im Ameloblast-Prozess von Tomes wurde am Hundezahn dreidimensional durch Licht- und Elektronenmikroskopie sowie durch Rekonstruktion untersucht. Die rasterelektronenmikroskopische Beobachtung auf der sich entwickelnden Schmelzoberfläche nach der Auflösung des Schmelzorgans zeigte zahlreiche Gruppen von Gruben mit bauchigen Flächen, die in die gleiche seitliche Richtung geneigt waren, während die Flächen in benachbarten Gruppen in eine entgegengesetzte Richtung geneigt waren. Tangentiale Semithinschnitte von entmineralisierten Zahnkeimen wurden seriell von der Schmelzoberfläche bis zum Schmelz-Dentin-Übergang geschnitten. Diese Abschnitte zeigten zahlreiche riemenartige Zonen, die senkrecht zum Zahnmeridian angeordnet waren. Eine gerade Reihe von Schmelzprismen senkrecht zu den Grenzen der gürtelartigen Zonen wurde bei 142 Mikron von der Schmelz-Dentin-Verbindung ausgewählt. Die Prismenreihe und die Prozesse ihrer aufeinanderfolgenden Wälzer wurden aus mikroskopischen Aufnahmen mit einem Personalcomputer rekonstruiert. Die abgeschnittenen Enden der Schmelzprismen, die zunächst senkrecht zu den Grenzen standen, erschienen als Sinuskurve, betrachtet von der Schmelz-Dentin-Verbindung. In einer einzigen bandartigen Zone neigten die horizontalen Neigungswinkel der Schmelzprismen zur Schmelz-Dentin-Verbindung dazu, in der Mitte der Zone am größten und in der Nähe der Grenzen am kleinsten zu sein. Die Längsachse jedes Schmelzprismas stand im rechten Winkel zur sekretorischen Seite des Tomes-Prozesses. Die Sekretionsflächen in einer einzigen bandartigen Zone waren in die gleiche seitliche Richtung geneigt und die Sekretionsflächen in benachbarten Zonen waren in entgegengesetzte Richtungen geneigt. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Richtung der seitlichen Verschiebung in Ameloblasten mit der der sekretorischen Seite der Tomes-Prozesse zusammenhängt. Ferner bildet eine Gruppe von Ameloblasten mit ihren in derselben Seitwärtsrichtung geneigten sekretorischen Flächen eine gürtelartige Zone.

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